Farn des Monats – Mai 2026
Osmunda regalis
Royal Fern; auch: Flowering Fern, Water Fern, Königsfarn
Auf Basis der Detailbeschreibungen des Farns in den unten aufgeführten Büchern, wurde die folgende Zusammenfassung seiner Eigenschaften erstellt.
Gesamtbeschreibung
Prächtigster europäischer Farn. Wedel doppelt gefiedert, eiförmig-länglich, bis 300+ cm. Stiel sehr zäh, rohrförmig. Fiederchen länglich, leicht gezähnt, fast sitzend. Dimorph: obere Fiederpaare vollständig in braune Sporangienrispe umgewandelt (kein echter Sorus, kein Schleier). Wurzelstock groß, kugelig, bei alten Pflanzen fast stammförmig. Vernation nicht circinat. Sporenreife Sommer (meist Juni–August).
Grundinformationen
- Vollständiger Name
- Osmunda regalis
- Trivial Name
- Royal Fern; auch: Flowering Fern, Water Fern, Königsfarn
- Laubtyp
- sommergrün
- USDA-Härtezone
- Zone 3–9
- Bedeutung des Epithetons
- regalis = königlich, prächtig; Osmunda = Göttin (altnord., nach Britten)
Taxonomie
- Genus
- Osmunda
- Art/Taxon
- regalis
- Synonyme
- Osmunda regalis (Linn., Willd., Bolt. und alle modernen Botaniker)
- Varietäten
- var. cristata (kleiner, in Kultur begehrt); var. purpurascens u. a. (nach Britten)
Standort & Verbreitung
- Substrat
- Torfiger, sumpfiger, stets feuchter Boden; nasse saure Torfböden, Bachufer, Sümpfe
- Vegetationstyp
- Sumpfige Moorränder, Teich-/Bachufer, Wiesengräben, Sumpfwälder
- Verbreitung
- Europa (bes. W-Europa, Irland, Großbritannien); N-Amerika; in Deutschland sehr zerstreut
- Natürl. Verbreitungsgebiet
- Atlantisch geprägt; Torfsümpfe, Moorränder, Seeufer; Killarney (Irland) besonders üppige Vorkommen
- Höhenlagen
- Collin bis montan; 0–1000 m ü. NN (Britten)
- Häufigkeit
- GB/Irland: häufig bis lokal häufig; Deutschland: selten/zerstreut; durch Habitatverlust gefährdet
Morphologie
- Wuchshöhe
- Typisch 90–180 cm; in feuchten, geschützten Lagen bis 300–340 cm (z. B. Killarney)
- Wachstumsform
- Horstig/büschelig; großer kugeliger Wurzelstock, jährlich wachsend; bei alten Pflanzen fast stammförmig
- Wedel-Typ
- Doppelt gefiedert; dimorph – obere Fiedernpaare in fertile Sporangienrispe umgewandelt
- Wedelform
- Eiförmig-länglich bis lanzettlich; Fiederchen länglich, stumpfspitzig, leicht gezähnt/geöhrt; Stiel sehr zäh, rohrförmig
- Wedelaustriebszeit
- April (meist); Britten: April–Mai
- Vernation
- NICHT circinat (eingerollt); wächst gerade auf – wie Botrychium u. Ophioglossum; Britten: zirkinat
- Stipes / Rhizom
- Großer, kugeliger bis fast kopfgroßer Wurzelstock; bei alten Pflanzen fast stammförmig (bis 18 Zoll hoch); Stiel zäh, rohrförmig, mit Fasern bedeckt
Sporen & Fortpflanzung
- Sori-Form
- Kein echter Sorus; Sporangien büschelig auf stark modifizierten fertilen Fiederabschnitten (endständige Rispe); zunächst grün, bei Reife rostbraun
- Indusium
- Kein Schleier (Osmundaceae); Annulus rudimentär
- Sporangienwand-Typ
- Leptosporangiat, aber Sonderstellung: dickwandige Sporangien; Britten: kurzes horizontales Band
- Annulus-Typ
- Rudimentär: kleine Gruppe verdickter Zellen am Scheitel; kein echter Ring (charakteristisch für Osmundaceae)
- Sporenreife
- Meist Sommer (Juni–August); Bosanquet: April
- Prothallium
- Grün, lappig, oberirdisch; auf torfigem, feuchtem Boden; fotoautotroph
Kultur & Besonderheiten
- Kulturhinweise
- Im Frühjahr mit großem Erdball verpflanzen; feuchter, torfiger Standort; Bach-/Teichufer ideal; winterhart; trockene Standorte meiden
- Besonderheiten
- Prächtigster heimischer Farn; früher medizinisch genutzt (Wurzel, junge Fronds); Culpepper: „Saturn besitzt diese Pflanze"; Riesen-Exemplare (Mann kann dahinter verschwinden, Cooke)
- Verwechslungsgefahr
- Kaum verwechselbar; Dreieinheit gerade-aufwachsender Farne: Osmunda, Botrychium, Ophioglossum; einzigartig durch fertile Rispen-Abschnitte
| Feld |
Prof. Dr. W. Migula
Deutsche Moose und Farne
( 1909)
|
Bosanquet, Edwin
British Ferns
( 1855)
|
M. C. Cooke
A Fern Book for Everybody
( 1868)
|
James Britten
European Ferns
( 1879)
|
G. W. Francis, F.L.S.
An Analysis of the British Ferns and their Allies
( 1842)
|
|---|---|---|---|---|---|
| Wissenschaftl. Name | Osmunda regalis | Osmunda regalis | Osmunda regalis | Osmunda regalis Linn. | Osmunda regalis |
| Englischer Name | Royal Fern / Königsfarn | Flowering Fern / Königsfarn | Royal Fern | Royal Fern | Royal-Fern / Water-Fern / Flowering-Fern |
| Genus | Osmunda | Osmunda | Osmunda | Osmunda | Osmunda |
| Art / Taxon | regalis | regalis | regalis | regalis | regalis |
| Laubtyp | sommergrün | sommergrün | sommergrün | sommergrün | sommergrün |
| Wuchshöhe | 50–180 cm | 60–90 cm (trocken), bis 300 cm (feucht, geschützt) | 120–300 cm (bis 340 cm bei Killarney) | 100–200 cm | 90–180 cm |
| Wachstumsform | Großer, kugeliger Büschelwurzelstock; Wedel im Kreis; Wurzelstock wächst jährlich | Büschelwuchs; Wedel etwas untereinander aufgehend | Büschelwuchs; Wurzelstock wächst jährlich und bildet mit der Zeit Stamm | horstig | Büschelwuchs; Wurzelstock wächst jährlich; bei alten Pflanzen fast stammförmig |
| Wedelaustriebszeit | April; sommergrün | April | April | April–Mai | April; sommergrün |
| Vernation | NICHT eingerollt (circinat); wächst gerade auf — wie Ophioglossaceae | NICHT eingerollt (circinat); wächst gerade auf — wie Botrychium und Ophioglossum | NICHT eingerollt (circinat); wächst gerade auf — wie Botrychium und Ophioglossum | zirkinat | NICHT eingerollt (circinat); wächst gerade auf — wie Botrychium und Ophioglossum |
| USDA-Härtezone | Zone 3–9 | Zone 3–9 | Zone 3–9 | Zone 3–9 | – |
| Bedeutung des Epithetons | regalis = königlich, prächtig | regalis = königlich, prächtig | regalis = königlich, prächtig | regalis = königlich; Osmunda = Göttin (altnord.) | regalis |
| Synonyme | – | – | – | – | Osmunda regalis (Linn., Willd., Bolt., and all modern botanists) |
| Varietäten | var. cristata | – | var. cristata (nicht so groß; in Kultur begehrt) | var. purpurascens u.a. | – |
| Abb.-Nr. | Abb. 41 | Fig. 29 | Taf. I, Fig. 1 | – | Plate 7, fig. 1 |
| Substrat | Torfiger, sumpfiger Boden; stets feucht | Sümpfe und feuchte Lagen | Torfiger, sumpfiger, stets feuchter Boden | Nasser saurer Torf, Sumpf, Bachufer | In nassen Wäldern, sumpfigen Mooren &c. |
| Vegetationstyp | Sumpfige Wiesengräben, Teichränder, Moorränder | Häufig in Sümpfen und feuchten Lagen; einfach zu kultivieren; winterhart; am besten groß verpflanzen | Sumpfige Moorränder, Teichufer, Bachseiten | Sumpfgebiete, Bachufer, saure Feuchtgebiete | Sumpfwälder, Moore, Bachränder |
| Verbreitung | Europa, Amerika; sehr zerstreut in Deutschland | GB: häufig in Sümpfen und feuchten Lagen | GB, Irland (besonders Killarney); ganz Europa; N-Amerika | W-Europa, häufig Irland und W-Großbritannien | Häufig in Schottland; Kopf von Loch Fyne bis N-E. Inveraray, Argyleshire; Aberdeenshire; Warwickshire, Salop; Liverpool; Norfolk; Dorset; Kent; Perthshire; Schottland allgemein; England; Irland (häufig) |
| Natürl. Verbreitungsgebiet | Torfsümpfe, Moorränder, Seeufer; atlantisch; berühmt bei Killarney | Sümpfe, Moorränder, Seeufer; atlantisch; Killarney besonders üppig | Sümpfe, Moorränder, Seeufer; atlantisch; Killarney besonders üppig | Sumpfgebiete und saure Feuchtgebiete | Europa hauptsächlich nördliche Teile; alle Vereinigten Staaten |
| Höhenlagen | collin bis montan | collin bis montan | collin bis montan | 0–1000 m | Tieflagen bis mittlere Berghänge |
| Häufigkeit | selten (in D sehr zerstreut) | häufig | nicht häufig; in günstigen Lagen lokal | zerstreut bis häufig, durch Habitatverlust gefährdet | Häufig |
| Kulturhinweise | Im Frühjahr mit Erdball verpflanzen; feuchter, torfiger Standort; neben Bach oder Teich | Einfach zu kultivieren; winterhart; am besten groß verpflanzen | Im Frühjahr mit viel Torferde verpflanzen; Bach- oder Teichufer ideal; trockene Standorte ungeeignet; var. cristata begehrt | Gut kultivierbar; feuchter saurer humoser Boden; sehr groß; imposante Gartenpflanze | Medizinisch: innere Teile der Wurzel und junge Fronds einst in der Pharmacie als Heilmittel für Blutergüsse und als stärkend |
| Wedel-Typ | doppelt gefiedert; Fruchtabschnitte stark modifiziert | doppelt gefiedert; fertile Abschnitte stark modifiziert | doppelt gefiedert; fertile Abschnitte stark modifiziert | 2-fach gefiedert (fertile Teile gesondert) | sommergrün; DIMORPH: oberer Teil der fertilen Fronds in fertile Rispe umgewandelt |
| Wedelform | Eiförmig-länglich; Fiederchen länglich, stumpfspitzig, gekerbt; fertile Abschnitte endständige Rispen ohne Blattfläche | Stiel rohrförmig, sehr zäh und drahtähnlich. Wedel etwas untereinander aufgehend. Fiedern weit auseinander, überwiegend gegenständig. Fiederchen einfach, ungeteilt, glatt, sehr kurz gestielt, schmal, länglich, leicht zur Spitze verjüngend, mit mehr oder weniger Vorsprung an der Basis; ursprünglich sehr zart und rötlich; später mattgrün und etwas unregelmäßig. Fertiler verzweigter Ährenabschnitt über den blättrigen Fiedern | Lanzettlich; Fiederchen länglich, leicht gezähnt; fertile Abschnitte endständige, rostbraune Rispen; Blattfläche dort vollständig geschwunden | oval-lanzettlich, groß | doppelt gefiedert; Fiederchen fast sitzend, oblong, fast ganzrandig, leicht geöhrt |
| Sori-Form | Kugelig-walzenförmige, rostbraune Sporangienanhäufungen an fertilen Fiederabschnitten | Büschel geclusterter Sporangien; zunächst grün, bei Reife braun werdend | Kugelig auf gestielten fertilen Fiederabschnitten; rostbraun; kein Sorus im eigentlichen Sinne; öffnet vertikal in 2 Klappen | Sporangien auf fertilen Wedelspitzen (kein echter Sorus) | Gestielt und schön retikuliert; am oberen Teil der Fronds als compound spike (Rispe); keine Sori auf normaler Blattfläche |
| Indusium | kein Schleier; Annulus rudimentär (Zellgruppe am Scheitel) | kein Schleier; Annulus rudimentär | kein Schleier; Annulus rudimentär | fehlt (Osmundaceae) | Fehlt: Thecae petioliert und retikuliert — terminieren leafy frond |
| Sporangienwand-Typ | einschichtig (leptosporangiat); Sonderstellung: dickwandig, aber noch leptosporangiat | einschichtig (leptosporangiat); Sonderstellung: dickwandig, aber noch leptosporangiat | einschichtig (leptosporangiat); Sonderstellung: dickwandig, aber noch leptosporangiat | leptosporangiat (kurzem horizontalem Band) | rudimentärer Annulus (kaum entwickelt — charakteristisch für Osmundaceae) |
| Annulus-Typ | rudimentär (kleine Gruppe verdickter Zellen am Scheitel; kein echter Ring) | rudimentär (kleine Gruppe verdickter Zellen am Scheitel; kein echter Ring) | rudimentär (kleine Gruppe verdickter Zellen am Scheitel; kein echter Ring) | kurzes horizontales Band (Osmundaceae) | rudimentärer Annulus |
| Sporenreife | Sommer (Juni–August) | April | Sommer (Juni–August) | k.A. | – |
| Prothallium | Grün, lappig; oberirdisch; auf torfigem, feuchtem Boden; fotoautotroph | Grün, lappig; oberirdisch; auf torfigem, feuchtem Boden | Grün, lappig; oberirdisch; auf torfigem, feuchtem Boden; fotoautotroph | oberirdisch | nicht beschrieben |
| Stipes / Rhizom | Großer, kugeliger, fast kopfgroßer Wurzelstock; Wedel ½–1 m lang | Büscheliger Wurzelstock; Stiel rohrförmig, sehr zäh und drahtartig | Großer, rundlicher, zunehmend gestielter Wurzelstock (bis 18 Zoll hoch); jährliche Zuwachsringe; Wedel entstehen am Scheitel | Rhizom riesig, aufrecht, horstig, mit Fasern bedeckt; Stipes kräftig | Wurzel kurz dick schuppig faserig (knollenartig); Rachis glatt, starr, aufrecht; Frond 3–6 Fuß hoch, hellgrün; Fiedern entfernt, fast gegenständig |
| Besonderheiten | Schönster und prächtigster heimischer Farn. Culpepper: 'Saturn besitzt diese Pflanze.' Wurzel als Wäschestärke in N-Europa. Name von der Sage des Wassermanns Osmund von Loch Tyne. | Trotz fehlender wellenförmig-vielfältiger Fiederchen-Struktur zu Recht für seine kühne Erscheinung bewundert. Nicht spiral eingerollt (wie Botrychium und Ophioglossum). | Prächtigster britischer Farn. Cooke sah Exemplare, hinter denen ein großer Mann mit Hut nicht zu sehen war. 11 Fuß Höhe bei Killarney (Andrews). Culpepper: 'Saturn besitzt diese Pflanze.' Wurzel als Wäschestärke. Name von der Legende des Wassermannns Osmund von Loch Tyne. | Größter europäischer Farn; 'Königsfarn'; fertiler Wedelaufsatz wie Blütenrispe; Rhizom für Orchideensubstrat genutzt | In diesem Genus werden die oberen Teile der blatthaltigen Frond entweder ganz oder teilweise in Fruktifikation umgewandelt. Damit erscheinen sie wie eine compound spike bestehend aus einer Anzahl von kreisförmigen Capselbündeln. Thecae petioliert und schön retikuliert |
| Verwechslungsgefahr | Von allen anderen deutschen Farnen durch fertile Rispen-Abschnitte (kein Sorus auf normaler Blattfläche) und rudimentären Annulus unterschieden. Wächst gerade auf (nicht spiralförmig). Prächtigster heimischer Farn | Dreieinheit mit Botrychium und Ophioglossum: alle drei wachsen gerade auf (nicht spiralförmig eingerollt). Von allen anderen britischen Farnen durch die fertilen Rispen-Abschnitte (kein Sorus auf normaler Blattfläche) und rudimentären Annulus unterschieden | Dreieinheit der geradeaufwachsenden Farne: Osmunda, Botrychium, Ophioglossum. Von allen anderen britischen Farnen durch fertile Rispen (kein Sorus auf normaler Blattfläche) und rudimentären Annulus unterschieden | Kaum verwechselbar (Größe, Sporangienlage) | Dreieinheit der geradeaufwachsenden Farne: Osmunda, Botrychium, Ophioglossum. Von allen anderen britischen Farnen durch fertile Rispen und rudimentären Annulus unterschieden. Wächst gerade auf (nicht spiralförmig). Prächtigster heimischer Farn |
| Morphologie | Prächtigster heimischer Farn. Wedel doppelt gefiedert, eiförmig-länglich. Fertile Abschnitte endständige Rispen ohne Blattfläche; rostbraune Sporangienanhäufungen. Wurzelstock groß, kugelig. Annulus rudimentär. | Majestätisches Farn. Stiel rohrförmig, zäh. Fiederchen einfach, glatt. Fertiler Ährenabschnitt über den blättrigen Fiedern; Sporangien zunächst grün, dann braun. Annulus rudimentär. | Majestätischer Farn, bis 300 cm und mehr. Doppelt gefiedert. Fertile Abschnitte endständige Rispen, rostbraun. Wurzelstock wächst jährlich und bildet mit der Zeit einen kurzen Stamm. | Wedel bis 200 cm; 2-fach gefiedert; fertile Teile oben braun, Sporangien in dichten Rispen; imposante Sumpfpflanze | Cha.: Frond doppelt gefiedert. Fiederchen oblong, fast ganzrandig, leicht geöhrt. Sori terminal (als Rispe). |
Wert unterscheidet sich zwischen den Büchern